Die Schule für Alexander-Technik Walter Tschaikowski bietet eine Berufsausbildung, die zur Zertifizierung als Lehrer/Lehrerin der F. M. Alexander-Technik führt. Sie können zwischen zwei Ausbildungsgängen wählen.  Beide lehren das Verständnis und die praktische Anwendung der Prinzipien der Alexander-Technik, haben zum Teil aber unterschiedliche Anwendungsbereiche.
Berufsbezeichnung ist in jedem Fall Lehrer/Lehrerin der F.M. Alexander-Technik, die einzelnen Ausbildungszüge werden zur Unterscheidung hier jedoch unterschiedlich benannt:

Ausbildung zum Lehrer/Lehrerin
der Alexander-Technik.

Dieser Ausbildungsgang bezieht sich ausschließlich auf die Arbeit mit Menschen.

Ausbildung zum Lehrer/zur Lehrerin für Alexandertechnik und Reiten

In diesem Ausbildungsgang beschäftigen wir uns in 2 von durchschnittlich 16 Stunden pro Ausbildungswoche mit der besonderen Problematik beim Unterrichten von Reitern. Dies impliziert das Erarbeiten eines grundlegenden Verständnisses der Bewegungssteuerung von Pferden.

Dieser Ausbildungsgang wendet sich hauptsächlich an engagierte Reiter und Reitausbilder. Neben der klassischen Arbeit mit Menschen, lernen die Teilnehmer, die Prinzipien der Alexander-Technik in der Ausbildung von Pferden anzuwenden. Die Grundlagen der klassischen Dressur – Losgelassenheit, Geraderichten, Versammeln – erschließen sich auf diese Weise „von innen“. Die Qualität der Selbststeuerung beim Reiten wird systematisch verbessert. Ziel dieses Ausbildungsweges ist ein Alexander-Technik-Pädagoge, der sowohl den Reiter als auch das Pferd schulen kann – jeden von beiden einzeln, oder gemeinsam. Die Ausbildung in jedem der beiden Züge, findet berufsbegleitend statt und beinhaltet 1600 Stunden in mindestens drei Jahren (40 Monaten). Sie ist vom A.T.V.D., demBerufsveband der Lehrer/innen der F. M. Alexander-Technik und dem weltweiten Verbund Affiliated Societies of Teachers of the Alexander Technique anerkannt.

Grundlegend in der Ausbildung ist eine intensive Auseinandersetzung mit der persönlichen Bewegungs- und Spannungssteuerung. Die  Ausbilder leiten die Studenten systematisch an, die Qualität ihres Selbstgebrauchs zu verbessern. Darüber hinaus geht es um das entwickeln der Fähigkeit, Haltungs- und Bewegungsmuster bei anderen Menschen zu erkennen, andere bei der
Verbesserung ihrer Selbststeuerung anzuleiten, Bewegungsmuster beim Pferd zu erkennen, mit Pferden lösend und ausbalancierend zu arbeiten.  

Die Ausbildung verbessert das Bewusstsein für den Umgang mit sich selbst und mit anderen und steigert die Harmonie und Effektivität der Lebensführung. Bei Reitern und Reitausbildern führt sie zu einer deutlichen Steigerung der reiterlichen und pädagogischen Möglichkeiten.

Sowohl Reiter als auch Nichtreiter profitieren durch den Umgang mit den Pferden auf vielfache Weise: Die Anatomie der Pferde unterscheidet sich von der menschlichen, auch wenn es viele Entsprechungen gibt. Es ist faszinierend und erhellend, die aufrichtenden Kräfte beim Pferd zu verstehen. Hierdurch vertieft sich das Verständnis der Prinzipien der Alexander-Technik. Die lösende und ausbalancierende Arbeit mit den Pferden fördert das praktische Verständnis
von Balance. Das Erleben der versammelnden und aufrichtenden Kräfte des Pferdes wirkt energetisierend und somit motivierend für die Arbeit an der eigenen Aufrichtung.    


Alexander-Technik wird oft als Haltungsschulung verstanden. Dies ist missverständlich, es sei denn, man versteht den Begriff Haltung in der weiten Bedeutung von Einstellung, Lebenshaltung. Keinesfalls sind körperlich richtige Positionen der zentrale Gegenstand der Ausbildung. Zentraler Inhalt ist die Verbesserung der Qualität von Tätigkeit.
Eine erhöhte Qualität der menschlichen Selbststeuerung wirkt sich positiv auf das Ergebnis der jeweiligen Tätigkeit aus. Gleichzeitig stellt ein Handeln in guter Selbststeuerung eine positive Erfahrung dar. Das Empfinden von Alltagsstress wandelt sich schrittweise in ein Erleben von körperlicher Leichtigkeit und innerer Ausgeglichenheit. Die ausbalancierte Selbststeuerung wird primär in Bezug auf unsere häufigsten Bewegungen - Sitzen, Aufstehen, Gehen - erarbeitet.
Andere Aktivitäten, wie Kochen, Joggen und verbale Kommunikation bilden einen praktischen Rahmen für die Arbeit am Gleichgewicht und an der natürlichen Aufrichtung. Reiter erfahren die Verstärkung von Kraft und Aufrichtung auf einem ausbalancierten, versammelten Pferd. Eine qualitative Erhöhung der Balance in der Selbststeuerung ist Voraussetzung für das
Unterrichten der Alexander-Technik. Dieses wird schrittweise erarbeitet und führt mithilfe von Supervision durch die Ausbilder nach und nach zur Unterrichtsbefähigung in eigener Verantwortung.